dPS- Das dynamische Patientensimulationssystem

Jeder, der schon einmal eine große Übung anlegen, durchführen oder begleiten konnte weiß die hohen Kosten und den extremen Personalaufwand einzuschätzen.

Um hier eine Perspektive zu bieten haben Hr. Polheim und Hr. Dr. Sensen von der Rettungsassistentenschule der Berufsfeuerwehr Düsseldorf, ein papierbasiertes Kartensystem entwickelt, mit dem sich hohe Patientenanzahlen in einem realistischen medizinischen Verlauf simpel darstellen und bearbeiten lassen. Die Kombination mit professionell geschminkten Patientendarstellern erhöht den Übungsstress und die realistische Wahrnehmung der Lernsituation.

Auf laminierten DIN A3 Karten werden Verletzungsmuster, Vitalparameter und Identität sowie der Verlauf des Patienten bei unterschiedlicher Behandlung angegebenen.

Der Helfer agiert als Spielercharakter mithilfe einer Count-down-Uhr. Verschiedene Maßnahmen, wie zum Beispiel das Anlegen eines HWS- Stützkragens, sind an die Bedingung mehrere Helfer zu benötigen und eine Zeitangabe von 1 bis 5 Minuten gebunden. Diese Zeit muss der Spieler auf der Count-down-Uhr eingeben und entsprechend so lange warten, bis er weitere Maßnahmen ergreifen kann. Hier bilden sich realistische Zeiten der Patientenversorgung ab.

Gespielt wird in bis zu fünf Übungsphasen à 10-20 min. Nach jeder Phase wird ein Bedingungsfeld geöffnet welches dem Spieler Angaben dazu macht, was bisher am Patienten hätte versorgt sein müssen(z.B. stabile Seitenlage und Guedel-Tubus Gr.4). Sind diese Bedingungen erfüllt so entwickelt sich der Verlauf des Patienten entsprechend realistisch. Ist dies nicht der Fall, kann der Patient im schlimmsten Falle sogar versterben.

Der Helfer agiert, indem er Material, nicht wie üblich in Vollübungen auspackt und damit hohe Kosten produziert, sondern als Aufkleber in gleicher Bestückung seiner üblichen Materialvorhaltung mit sich führt und zur Anwendung auf der Patientenkarte bringt.

Vom Einzelpatienten über Sichtungstrainings bis zu Patientenablagen oder Behandlungsplätzen mit mehreren 100 Patienten sind dem System keine Grenzen gesetzt.

Es lassen sich auch Führungsvorgänge und Rollenverhalten, zum Beispiel des OrgL bzw. LNA  oder des ersteintreffenden Rettungsmittels taktisch abbilden und auswerten. Die Verwendung der Materialaufkleber kann ebenfalls dazu genutzt werden bei einem MANV realistische Materialmengen auszumessen um die Bevorratung zu überarbeiten oder den Umgang mit begrenzten Ressourcen und Prioritätensetzung einzuüben.

Mit geringfügigen Anpassungen lässt sich das dPS auf die vor Ort bzw. im Verwaltungsbereich eingesetzten Fahrzeuge und die vorgehaltene Notfallausrüstung anpassen und sorgt so für ein absolut realistisches Üben.

Der mit Sicherheit größte Benefit dieses Systems liegt darin, mit einem geringen Aufwand und wetterunabhängig, eine absolut effektive Übung mit realistischem Stress und reproduzierbaren Ergebnissen veranstalten zu können, bei der der Teilnehmer eine direkte Selbstreflexion ermöglicht bekommt.